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Aufwertung Schwellana Grüsch
Auftraggebende: Gemeinde Grüsch
Das Gebiet «Schwellana» in Grüsch GR wird seit 2021 mit verschiedenen Massnahmen ökologisch und landschaftlich aufgewertet, ohne die landwirtschaftliche Nutzung wesentlich einzuschränken. Dazu gehören unter anderem Biotope für die Gelbbauchunken (Bombina variegata), die im Gebiet südlich der Landquart vorkommen.
Der offene Charakter der Ebene bietet grosses Potential für die Wiederansiedlung der Feldlerche (Alauda arvensis). Gelingt es der Art, auf den Schwellana wieder erfolgreich zu brüten, könnte sie zum Markenzeichen des Gebiets werden.
Entlang des viel begangenen Fusswegs wurde auf einer Länge von rund einem Kilometer ein Holzzaun erstellt, der den Weg vom Landwirtschaftsgebiet abgrenzt. Die bestehende Hecke entlang der Landquart wurde durchgehend erweitert und sorgt heute für eine wichtige Vernetzung der Lebensräume. Im Gewässerraum wurde eine 1.3 Hektaren grosse Extensivwiese angelegt, und mehrjährige Krautsäume verbinden die nördlichen und südlichen Flächen miteinander, um die Durchgängigkeit im Gebiet zu fördern. Zusätzlich entstanden im gesamten Projektperimeter Strukturen wie Ast- und Steinhaufen sowie Staudenpflanzungen.
Im nordwestlichen Teil des Gebiets wurde ein vielfältiger Obstgarten mit 26 Hochstammobstbäumen angelegt, ergänzt durch zahlreiche Kleinstrukturen und einen «Lebensturm», der wertvolle Unterschlupfmöglichkeiten für Kleintiere, Wildbienen und andere Insekten bietet.
Lungenenzian und Kleiner Moorbläuling
Auftraggebende: Kanton St.Gallen
Das Zuzwiler Riet ist Lebensraum für stark gefährdete Tiere und Pflanzen. Hier kommt unter anderem der seltene Kleine Moorbläuling (Phengaris alcon) vor. Dieser Schmetterling legt seine Eier ausschliesslich auf Enzianpflanzen ab. Ein Ansiedlungsversuch mit der Ansaat und Pflanzung neuer Lungenenziane (Gentiana pneumonanthe) zeigte auf, dass das Vorkommen beider Arten mit dieser Methode gezielt gestärkt werden kann.
In enger Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftenden und der Gemeinde Zuzwil wurden Amphibienlaichgebiete geschaffen, die Moorhydrologie verbessert, die Bewirtschaftung präzise auf sensible Arten abgestimmt, Hecken gepflanzt und Wiesen aufgewertet. Diese wertvollen Flächen werden weiterhin von landwirtschaftlichen Betrieben gepflegt und von uns fachlich begleitet.
Neben dem Kleinen Moorbläuling ist der Laubfrosch (Hyla arborea) eine der wichtigsten Zielarten. In der Region Zuzwil wurden mehrere Amphibiengewässer neu ausgehoben oder verbessert. So werden bestehende Lebensräume miteinander vernetzt – eine zentrale Voraussetzung für stabile Laubfroschpopulationen.
Avifauna mit Akustik-Logger und Wildtierkameras
Auftraggebende: Kraftwerk Göschenen AG
Am Göscheneralpsee in Göschenen (UR) ist eine Erhöhung des bestehenden Staudamms geplant. Da im Gebiet Vorkommen von Rau- und Glattfusshühnern – insbesondere des Birkhuhns (Lyrurus tetrix) – vermutet wurden, erfolgte im Rahmen des Bauprojekts eine sorgfältige Überprüfung ihrer Präsenz. Diese Arten reagieren empfindlich auf Veränderungen und Störungen ihres Lebensraums.
Für die Abklärungen kamen Akustik-Logger und Wildtierkameras zum Einsatz. Die Akustik-Logger ermöglichen eine langfristige, störungsarme Aufzeichnung von Lautäusserungen und damit auch von typischen Balzaktivitäten des Birkhuhns. Ergänzend liefern Wildtierkameras visuelle Hinweise auf Präsenz, Balzaktivitäten und weitere mögliche Nutzung des Gebiets – etwa zur Nahrungsaufnahme oder als Brutgebiet.
Durch die Kombination beider Methoden lassen sich Nutzung und Aktivitätszeiten über einen längeren Zeitraum hinweg erfassen – deutlich umfassender als mit punktuellen Feldbegehungen.
Die gewonnenen Informationen dienen dazu, geeignete Schutzmassnahmen für die Bauphase zu erarbeiten. Im Rahmen der Baubegleitung wird die Umsetzung dieser Massnahmen überwacht und den bestmöglichen Schutz dieser Vögel sichergestellt.